
Vier herausragende Essays aus der Studienwoche des letzten Jahres, die von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation mit der Eugen-Biser-Stiftung veranstaltet werden, wurden am heutigen Montagabend (5.10.) im Tagungszentrum der Akademie in Stuttgart-Hohenheim prämiert. Im Rahmen des Festabends der Studienwoche 2026 wurde unter dem Titel „Was uns zusammenhält“ über verschiedene Verständnisse von interreligiösem Zusammenleben und Dialog debattiert. Dr. Ferdinand Mirbach (Robert-Bosch-Stiftung) eröffnete den Abend mit der Frage „Was ist unabdingbar, damit gesellschaftlicher Zusammenhalt auch in Zukunft (wieder) möglich ist?“ Auf Grundlage der Daten des Vielfaltsbarometers 2025 kommt er pointiert zum Schluss:
„Wir brauchen mehr Begegnung und Dialog. Wir brauchen mehr Einsatz für unsere Demokratie und unsere Werte sowie mehr Engagement gegen Diskriminierung. Wir brauchen mehr Empathie für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Wir brauchen mehr Betonung des Verbindenden, anstelle einer spalterischen Rhetorik. Wir brauchen mehr Nähe zwischen politischen und gesellschaftlichen Entscheidern einerseits und den Menschen andererseits. Wir brauchen ein besseres Verständnis für die Relevanz von Religion und Spiritualität.“
Mit seinen Annahmen dazu, was es bedarf um Zusammenhalt nachhaltig zu fördern, schlägt er die Brücke zur den prämierten Essays. Prof. Dr. Harald Suermann hielt als Vorstand der George-Anawati-Stiftung eine bewegende Laudatio auf die vier Preisträger:innen und unterstreicht die Relevanz der einzelnen Themen im Feld des interreligiösen Dialogs. Unter dem Motto „Sichtbar werden, verstehen, voneinander lernen“ setzten sich die ausgezeichneten Beiträge mit zentralen Fragen des interreligiösen Dialogs auseinander: Wie kann Kunst Begegnung ermöglichen? Welche Rolle spielen Vorurteile und Verdachtslogiken in unserer Gesellschaft? Und wie findet das Göttliche jenseits von Dogmen und Schriften seinen Ausdruck? Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Tiefe der Analysen, der Verbindung persönlicher Erfahrungen mit wissenschaftlicher Reflexion und dem Mut, brisante Themen auf innovative Weise zu behandeln.
Einen ausführlichen Bericht zum Abend und zu den Essays finden Sie hier.